Sozialausgaben im Vergleich
Eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln legt offen, dass die Ausgaben für Sozialleistungen in Deutschland gemessen an der Höhe des Bruttoinlandsprodukts die dritthöchsten in der EU sind. Fast jeder dritte erwirtschaftete Euro fließt demnach in staatliche Sozialleistungen wie die Arbeitslosenunterstützung, die staatliche Rente, das staatlich finanzierte Gesundheitswesen und die Sozialhilfe. Erwartungsgemäßliegen die neuen Mitgliedstaaten am unteren Ende der Rangliste und damit allesamt deutlich unter dem Gesamtdurchschnitt von 27,3%. Schweden und Frankreich hingegen rangieren noch vor Deutschland. Besonders bemerkenswert ist die Platzierung Irlands. In den letzten Jahren hat die Wirtschaftspolitik des Inselstaates bekanntlich eindrucksvolle Wachstumsraten des Inlandsprodukts zur Folge gehabt und das Land auf die vorderen Ränge in der Wohlstandsskala katapultiert. Das Sozialbudget liegt indes nur bei knapp der Hälfte des deutschen Niveaus und wirft somit die Frage auf, ob hier ein Erklärungsansatz für den Aufschwung der irischen Wirtschaft zu finden ist. Die Ökonomen des IW bejahen diesen Zusammenhang und verweisen auf die infolge des bescheidenen Sozialbudgets geringeren Personalzusatzkosten der Unternehmen, die zu der im europäischen Vergleich beeindruckend niedrigen Arbeitslosenquote (Juni 2005: 4,3%) beigetragen haben.