Krankenhäuser in Bedrängnis
Nach Angaben des Deutschen Krankenhausinstituts würden in diesem Jahr
gerade noch einmal vier von zehn Krankenhäusern einen Gewinn
erwirtschaften, dagegen fast 30 % einen Verlust ausweisen. Im Vorjahr
hatte immerhin noch mehr als die Hälfte der Kliniken einen Überschuss
erwirtschaftet. 42 % der 2.100 Krankenhäuser sehen auch dem kommenden
Jahr mit Unbehagen entgegen und befürchten eine weitere
Verschlechterung ihrer Lage. Als Grund für die Misere werden steigende
Personalkosten, Steuererhöhungen und eine unzureichende Vergütung der
Kassen genannt. Allein der letztjährige Tarifabschluss für die Ärzte
koste die Kliniken 1,5 Milliarden Euro, stellt der Bericht des
Krankenhausinstituts fest. Hinzu kämen Belastungen aus der
Gesundheitsreform und die höhere Mehrwertsteuer. Demgegenüber stünden
nur um 0,64 % gestiegene Bezüge. Schon heute würde für 11 % der Häuser
ein Notlagentarif gelten, der Abweichungen vom Tarifrecht zulasse.
Weitere 8 % der Kliniken planten solche Abweichungen. Angesichts dieser
alarmierenden Zahlen kursieren Spekulationen, wonach bis zu einem
Viertel der Krankenhäuser in den nächsten Jahren schließen könnte.
Die
Ergebnisse einer Befragung von rund 300 Krankenhäusern bestätigen die
Warnungen. Der Umfrage zufolge plant mehr als ein Drittel der Kliniken
einen Stellenabbau im nichtärztlichen Dienst. Und obgleich viele Häuser
Mediziner suchen, halten elf von hundert einen Stellenabbau im
Ärztlichen Dienst für unvermeidbar. Fast 30 % wiederum wollen
freiwerdende Arztstellen zeitweise nicht mehr besetzen. Mehr als zwei
Drittel beabsichtige immerhin, durch Prozessoptimierung Kosten
einzusparen.