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Newsletter 11/2007

Krise noch nicht ausgestanden

Noch immer ist nicht erkennbar, wie stark sich die Märkte von der noch immer schwelenden Immobilienkrise in den USA und ihren Folgen für das Finanzwesen beeindrucken lassen. Nach der Leitzinssenkung durch die amerikanische Notenbank Fed vor einigen Wochen hatten die Aktienmärkte weltweit zunächst euphorisch reagiert und beispielsweise den Dow-Jones-Index auf einen neuen Rekordwert getrieben. Dieser guten Stimmung lag auch die Hoffnung zugrunde, dass die Immobilienkrise doch nicht so schlimme Folgen wie befürchtet zeitigen würde und die Weltwirtschaft so robust wäre, dass auch eine kurzzeitige Konjunkturschwäche in den USA sie nicht aus dem Tritt bringen würde. Nachdem dann aber einige amerikanische Großbanken enttäuschende Ergebnisse für das dritte Quartal veröffentlicht hatten und die Lage am amerikanischen Immobilienmarkt sich noch einmal eintrübte, war es mit der guten Laune der Anleger zunächst einmal wieder vorbei. Dämpfend auf die Stimmung wirkte sich auch die Nachricht aus, dass derÖlpreis die 90-Dollar-Marke überschritten hatte.

Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass der US-Dollar weiter unter Druck steht und im Gegenzug der Euro an Stärke hinzugewinnt. Der Zinsvorsprung des Dollars gegenüber dem Euro dürfte tendenziell geringer werden, da sowohl eine weitere Zinssenkung durch die Fed möglich ist als auch eine Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank (EZB) vorstellbar erscheint – zumindest können Worte des Bundesbank-Präsidenten Axel Weber in diese Richtung verstanden werden. Im Augenblick aber dürfte die EZB noch zögern, liegt doch der Zins für Dreimonatsgeld ohnehin auf einem sehr hohen Niveau. Sollte dieser aber wieder auf ein normales Niveau zurückkommen, wird die EZB genau prüfen, ob Inflationsdruck besteht und gegebenenfalls den Leitzins anheben.

Kritische Worte musste sich die Volksrepublik China gefallen lassen. In der Abschlusserklärung der G7-Finanzminister und Notenbankchefs wurde Peking ermahnt, angesichts seines hohen und steigenden Überschusses in der Leistungsbilanz sowie der hohen Inflationsrate die Aufwertung seines Wechselkurses zuzulassen. Bislang stellt die chinesische Notenbank durch permanente Interventionen sicher, dass der Yuan unterbewertet bleibt. In 26 Monaten, seitdem er im Juli 2005 an einen Währungskorb gebunden wurde, hat der Yuan gegenüber dem US-Dollar gerade einmal 9 % an Wert gewonnen.

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