Lektüre-Tipp
19 Jahre lang war Alan Greenspan als Präsident der amerikanischen
Notenbank Fed einer der mächtigsten Männer der Welt. Wenn eine solch
gewichtige Persönlichkeit nun im Alter von 81 Jahren seine
Lebenserinnerungen herausgibt, darf sich der Leser auf eine fesselnde
Zeitreise durch die US-amerikanische Geschichte von den siebziger
Jahren bis in die Gegenwart gefasst machen. Und in der Tat: Der Mann,
der jahrelang für verklausulierte Kommentare bekannt und berüchtigt
war, schreibt nicht nur in einer verständlichen und anregenden Sprache,
er gewährt auch einen spannenden Einblick in die Welt der Wirtschaft,
der Finanzen und der Politik, offenbart aber auch zahlreiche private
Anekdoten und Hintergründe. Wenig verwunderlich, dass Greenspan seine
teilweise stark kritisierte Zinspolitik nach dem 11. September
nachträglich rechtfertigt; insgesamt aber handelt es sich bei diesem
Buch um eine alles andere als unreflektierte Heldeninszenierung. Um
Selbstironie ist auch Greenspan nicht verlegen.
Alan Greenspan: Mein Leben für die Wirtschaft,
Campus Verlag, Frankfurt/ New York 2007,
596 Seiten, 24,90 Euro