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Newsletter 11/2007

Staatliche Investitionsfonds

Die Gründung der China Investment Corp. (CIC) hat das Augenmerk der internationalen Öffentlichkeit einmal mehr auf das Thema Staatsfonds gelenkt. Die China Investment Corp. ist eine staatliche Investmentgesellschaft, die einen Teil der gewaltigen Devisenreserven der Volksrepublik weltweit anlegen soll. Mit der Gründung der CIC folgt China dem Vorbild zahlreicher anderer Länder, die schon länger einen Teil ihrer durch Exportüberschüsse erwirtschafteten Währungsreserven global in Aktien, Immobilien und andere Anlagen mit höheren Renditen anlegen– und nicht nur in vergleichsweise ertragsschwache amerikanische und europäische Staatsanleihen. Das Gesamtvolumen dieser Fonds wird aktuell auf 2,3 Billionen Dollar geschätzt und könnte 2015 schon 12 Billionen Dollar betragen.

Inwieweit Staatsfonds wie die CIC neben ihrem Ziel, die Rendite der Devisenreserven zu erhöhen, auch andere – industriepolitische – Absichten verfolgen, ist zurzeit Gegenstand der Diskussion in Europa und in den USA. Vielerorts wird die Befürchtung geäußert, die Staatsfonds von Schwellenländern wie China oder Russland könnten in erster Linie politischen Motiven gehorchen und ihren Reichtum dazu nutzen, Beteiligungen an strategisch wichtigen Unternehmen im Westen zu erwerben, etwa im Energiesektor oder im Transportwesen. Losgelöst von diesen aktuellen Bedenken hat die deutsche Wirtschaft bislang aber gute Erfahrungen mit Staatsfonds aus Ländern wie etwa den Vereinigten Arabischen Emiraten gesammelt.

Bei ihrer letzten Zusammenkunft haben die führenden Industrienationen (G7) den Internationalen Währungsfonds (IWF) damit beauftragt, die möglichen Folgen von Milliardeninvestitionen der staatlichen Investitionsfonds in Unternehmen der reichen Länder zu analysieren und Wohlverhaltensregelungen zu entwerfen, nach denen sich die Fonds in ihren Anlageentscheidungen richten müssten.

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