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Newsletter 12/2007

Gesunkene Energieintensität

Der gegenwärtig hohe Ölpreis stellt zwar eine Belastung für die deutsche Wirtschaft dar – allerdings in einem deutlich geringeren Ausmaß als häufig befürchtet. Dies hat in erster Linie mit der in den letzten Jahren und Jahrzehnten drastisch gesunkenen Energieintensität der deutschen Wirtschaft zu tun. Vergleichszahlen mit dem Jahr 1980 belegen diese Entwicklung: So benötigte Deutschland im Jahr 1980 noch umgerechnet 207 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten* Öl und weitere 200 Millionen Tonnen Kohle, um Güter und Dienstleistungen im Wert von 788 Milliarden Euro zu erzeugen. Bis zum Jahr 2006 hat sich das Bruttoinlandsprodukt auf 2,3 Billionen Euro fast verdreifacht, aber der Ölverbrauch ist auf 176 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten gefallen, der Kohleverbrauch sogar auf 118 Millionen Tonnen. Diese Zahlen haben Statistiker der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen am Institut für Weltwirtschaft in Kiel errechnet. Werden die Inflation und der steigende Verbrauch an Erdgas und Kernenergie mit eingerechnet, ist die Energieintensität in Deutschland seit 1980 um etwa ein Drittel gesunken.

Nach Ansicht der Arbeitsgemeinschaft ist die Zeit kurzfristig signifikanter Energiespareffekte in den Unternehmen aber vorbei. Großes Potenzial wird lediglich noch in den Investitionen der Energieversorger gesehen, die ihren Kraftwerkspark in der kommenden Dekade von Grund auf modernisieren müssen. Sparmöglichkeiten bestehen auch in den privaten Haushalten und im Verkehr. Ein Blick auf andere Länder zeigt allerdings, dass die japanische Wirtschaft traditionell weniger energieintensiv als die deutsche produziert. Demgegenüber setzen die amerikanischen Unternehmen mehr Energie je produzierter Einheit ein, haben in den vergangenen Jahren allerdings auch die größten Spareffekte erzielen können.

Dass die deutsche Wirtschaft den hohenÖlpreis derzeit kaum spürt, hängt aber auch mit dem starken Euro zusammen, der den Anstieg der in Dollar notierten Ölpreise ein Stück weit kompensiert. Vor allem aber sorgt die robuste Weltkonjunktur dafür, dass die deutschen Unternehmen im Außenhandel nach wie vor hohe Zuwachsraten verzeichnen.

*Die Steinkohleeinheit ist eine Maßeinheit für den Vergleich des Energiegehaltes von Primärenergieträgern. 1 Tonne SKE entspricht der Energiemenge, die beim Verbrennen von 1 Tonne Steinkohle frei wird.

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