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Newsletter 01/2010

Kaum Inflation in Deutschland

Die Inflationsrate in Deutschland ist im Jahr 2009 auf den niedrigsten Wert seit 1999 gesunken. Wurde damals eine Jahresteuerungsrate von 0,6 Prozent gemessen, dürfte sie im vergangenen Jahr nur 0,4 Prozent betragen haben – so die vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes. In den Sommermonaten waren die Jahresraten wegen des Ölpreiseffekts teilweise sogar unter die Nulllinie gefallen. Grund hierfür war der hohe Ölpreis im Jahr 2008: In der Spitze hatte dieser einen Wert von 150 US-Dollar je Barrel erreicht, woraufhin die Inflation mit 2,6 Prozent ein mehrjähriges Hoch erklimmen konnte. Als sich die Entwicklung an den Rohstoffmärkten umkehrte und der Ölpreis 2009 infolge der Rezession auf Werte zwischen 40 und 50 Dollar sank, schlug sich dies naturgemäß auf das allgemeine Preisniveau nieder. Inzwischen kostet ein Barrel der Sorte Brent zwar wieder rund 80 Dollar. Die insgesamt geringeren Ausgaben für Benzin, Diesel und Heizöl sowie für Lebensmittel stärkten aber die Kaufkraft der Verbraucher.

Auch für das Jahr 2010 gehen Ökonomen von einer gedämpften Preissteigerung aus. Der niedrige Lohndruck und die gedämpfte Kapazitätsauslastung würden dazu beitragen, dass der Preisdruck moderat bliebe. Mittelfristig befürchten jedoch einige Volkswirte eine deutlich höhere Inflation, sofern die Notenbanken die Menge an billigem Geld nicht rechtzeitig wieder einsammeln, die sie zur Bekämpfung der Finanz- und Wirtschaftskrise ausgegeben haben. Andere Ökonomen argumentieren allerdings, dass die Zentralbanken sehr wohl über die Instrumentarien verfügten, um eine solche Entwicklung zu verhindern.