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Newsletter 01/2010

Teures Gesundheitssystem

Eine jüngst von der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) veröffentlichte Studie, in der Gesundheitsindikatoren der Industrieländer miteinander verglichen werden, kommt zu einem für Deutschland gemischten Ergebnis: Einerseits wird ein leistungsfähiges Gesundheitssystem konstatiert, das eine Versorgung für nahezu die gesamte Bevölkerung gewährleiste; andererseits werde im Vergleich zu anderen Ländern, die eine ähnlich breite Versorgung ermöglichen, mehr Geld für das Gesundheitssystem ausgegeben. Als wichtige Kostenfaktoren im deutschen Gesundheitswesen werden dabei die vielen Krankenhausbetten, hohe Ausgaben für Medikamente, relativ hohe Ärztehonorare sowie überdurchschnittlich hohe Verwaltungskosten genannt. Gleichzeitig wird vor Engpässen in der Krankenpflege gewarnt, zu der es auch infolge der vergleichsweise mäßigen Bezahlung im Pflegesektor kommen könne.

Nach den USA, Frankreich und der Schweiz habe Deutschland im Jahr des Untersuchungszeitraums (2007) mit 10,4 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes mehr als alle anderen Länder für die Gesundheitsversorgung ausgegeben. Je Person gerechnet, lägen die Ausgaben nach vergleichbarer Kaufkraft damit um ein Fünftel über dem OECDDurchschnitt. Immerhin: Anders als in den meisten anderen Ländern haben die Maßnahmen zur Kostendämpfung offenkundig gefruchtet und dazu geführt, dass die Gesundheitsausgaben in Deutschland in den letzten Jahren nicht schneller gewachsen sind als die Wirtschaftsleistung – trotz der alternden Bevölkerung und des damit wachsenden medizinischen Bedarfs.