Mehr Abwanderer als Zuwanderer
2009 sind weniger Menschen nach Deutschland eingewandert als fortgezogen – so die ersten Schätzungen des Statistischen Bundesamtes. Nachdem schon 2008 der Wanderungssaldo erstmals seit der Wiedervereinigung negativ war, geht die Behörde in Wiesbaden nach derzeitigem Stand von einem Minus von 20.000 bis 70.000 Personen im vergangenen Jahr aus. Die Gründe hierfür sind vor allem in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation und der hohen Unsicherheit am Arbeitsmarkt zu suchen, durch die die Zuwanderung für Arbeitsmigranten unattraktiver geworden ist. Dies gilt insbesondere für Migranten mit mittleren und geringen Qualifikationen, die das Gros der Einwanderer stellen. Die Zahl der Arbeitserlaubnisse für die recht kleine Gruppe der hoch qualifizierten Ausländer dürfte demgegenüber im Vorjahr gestiegen sein. Einer Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung aus dem Jahr 2008 zufolge liegt die berufliche Qualifikation von Ausländern in Deutschland nicht nur deutlich unter der von Zuwanderern in den USA oder Kanada, sondern auch unter dem durchschnittlichen Niveau in ihren Herkunftsländern.