Langzeitarbeitslosigkeit im Vergleich
Der Arbeitsmarkt in Deutschland hat die weltweite Wirtschaftskrise deutlich besser überstanden als die meisten anderen OECD-Länder. So hat sich in Deutschland die Lage auf dem Arbeitsmarkt in den vergangenen Monaten weiter entspannt, und die Arbeitslosenquote liegt nun deutlich unter dem OECD-Durchschnitt. Doch ein Problem besteht weiterhin fort: Trotz einer rückläufigen Entwicklung bleiben in Deutschland Arbeitslose länger ohne Job als in anderen Ländern. Dies geht aus dem OECD-Beschäftigungsausblick 2010 hervor. 2009 waren knapp 62 Prozent der deutschen Arbeitslosen länger als sechs Monate ohne Beschäftigung (gemessen nach dem internationalen ILO-Standard), 46 Prozent der Arbeitslosen blieben länger als zwölf Monate ohne Anstellung. Innerhalb der OECD war dieser Anteil mit 51 Prozent nur noch in der Slowakei höher. Seit Jahren schon leidet der deutsche Arbeitsmarkt darunter, dass die Arbeitslosenquote unter den Geringqualifizierten vergleichsweise hoch ist und selbst im Wirtschaftsaufschwung bis 2008 nur geringfügig gesenkt werden konnte. Während Arbeitslose mit hoher Qualifikation in der Regel schon nach kurzer Zeit wieder eine neue Arbeitsstelle finden, sind die Geringqualifizierten meist über einen längeren Zeitraum beschäftigungslos. Vorrangige Aufgabe der Politik muss es daher sein, Voraussetzungen für eine höhere Beschäftigungsquote von Niedrigqualifizierten zu schaffen – und zugleich die Anstrengungen im Bildungsbereich weiter zu forcieren.