Mehr öffentlich Bedienstete
Erstmals seit der Wiedervereinigung ist die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst gestiegen. Ende Juni wurden rund 4,5 Millionen Angestellte und Beamte gezählt – 42.500 oder knapp ein Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das sei der erste Zuwachs seit 1991, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Seither waren mehr als zwei Millionen Stellen weggefallen, davon knapp die Hälfte durch die Privatisierung von Bahn und Post. Einen Stellenaufbau gab es jetzt vor allem in der Kinderbetreuung, bei der Arbeitsagentur und in Hochschulen, wobei insbesondere die Zunahme befristeter Arbeitsverhältnisse für die Trendwende verantwortlich war. Weniger Personal gab es 2009 in anderen Bereichen: So wurden kommunale Krankenhäuser privatisiert, wodurch die Beschäftigten nicht mehr zum öffentlichen Dienst gehören. Auch der Bund zählte weniger Mitarbeiter, nicht zuletzt durch den Stellenabbau in der Bundeswehrverwaltung. Insgesamt erhöhte sich die Zahl der Angestellten um 1,5 Prozent auf rund 2,7 Millionen. Bei Angestellten mit Zeitverträgen gab es ein Plus von 35.300 oder 10,6 Prozent, während die Zahl der Beamten und Richter um 0,1 Prozent auf rund 1,7 Millionen zunahm.