Weniger Menschen – weniger Wachstum
In seinem „Deutschland-Report 2035“ hat das Baseler Institut Prognos umfangreiche Analysen zur zukünftigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung der Bundesrepublik angestellt. Dabei wurden u. a. die demografische Entwicklung und ihre Folgen für Wirtschaftswachstum und soziale Sicherung unter die Lupe genommen. Ergebnis: Ohne längere Lebensarbeitszeiten, eine höhere Erwerbstätigkeitsquote und sinnvolle Bildungsinvestitionen wird das heutige Wohlstandsniveau kaum zu halten sein. Doch selbst im günstigsten Fall würde die deutsche Wirtschaft bis zum Jahr 2035 nur noch um 1,2 Prozent wachsen. Insbesondere die Erwerbstätigenquote, also der Anteil der arbeitsfähigen Menschen zwischen 20 und 65 Jahren, der einer Arbeit nachgeht, müsse hierfür gesteigert werden: von heute 75 auf dann 83 Prozent.
Was die Bevölkerungsentwicklung anbelangt, so erwarten die Autoren der Studie einen Rückgang der Einwohnerzahl von heute 82 auf dann 78 Millionen Menschen. Durch Wanderungsbewegungen innerhalb Deutschlands wird der Osten deutlich stärker betroffen sein als der Westen. Auch die Altersstruktur wird sich verschieben und zu einer Verringerung der Zahl der erwerbsfähigen Menschen führen. Immerhin: Durch die schrittweise Einführung der Rente mit 67 wird das Verhältnis von Älteren zu Erwerbsfähigen deutlich langsamer zunehmen als dies der Fall wäre, wenn auf eine Heraufsetzung des Renteneintrittsalters verzichtet würde. Insgesamt würden, so Prognos, die sozialen Sicherungssysteme, zu denen die gesetzliche Rente zählt, funktionieren und auch in Zukunft ein stabiles Netz bilden. Mit Ausnahme der Arbeitslosenversicherung aber erwartet Prognos steigende Beiträge, vor allem in der Pflegeversicherung.