Alte Sorgen, guter Auftakt
Neues Jahr, alte Sorgen? In Europa geht der bange Blick erneut nach Griechenland: Wird das Land unter seiner Schuldenlast zusammenbrechen oder doch mit Ach und Krach aus dem Schlamassel herausfinden? Wie es ausschaut, ist es um Europas Sorgenkind Nummer eins noch einmal schlimmer bestellt als ohnehin schon angenommen. Der bange Blick geht außerdem nach Italien und Spanien: Schaffen es beide Staaten, neue Anleihen in dreistelliger Milliardenhöhe zu annehmbaren Konditionen an den Kapitalmärkten zu platzieren, um so alte Schulden bedienen zu können? Nicht wenige Beobachter sehen die Stunde der Wahrheit für die Währungsunion dann gekommen, wenn diese Frage zur Beantwortung ansteht. Derweil hat der Euro in den vergangenen Wochen kontinuierlich gegenüber dem US-Dollar und anderen Währungen an Wert verloren. Zuletzt hatte er im Februar 2010 über einen so langen Zeitraum nachgegeben.
Die Aktienmärkte sind dennoch zu Jahresbeginn mit einem Plus gestartet. Zum einen kommen aus den USA bessere Wirtschaftsdaten, als von vielen erwartet. Zum anderen werden auch die mittelfristigen Aussichten für die deutschen Unternehmen als positiv eingeschätzt – trotz Rezession in Südeuropa und gegenwärtiger Wachstumsdelle in Deutschland. Hinzu kommt, dass die Bewertung deutscher Unternehmen an den Börsen angesichts stabiler Dividendenerwartungen und eines günstigen Kurs-Gewinn-Verhältnisses aktuell als niedrig eingestuft wird.