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Diskussion um Rente mit 67

Die Rente mit 67 ist und bleibt ein politischer Zankapfel – auch nachdem sie jetzt zum 1. Januar 2012 schrittweise eingeführt wurde.

Pünktlich zu Beginn des sukzessiven Einstiegs in die Rente mit 67 ist diese von einigen Kritikern wieder infrage gestellt worden. Zur Erinnerung: Ab 2012 wird das Regelalter für die abschlagsfreie Rente von 65 Jahren nach und nach erhöht; zunächst in Schritten von einem, später von zwei Monaten. Der Geburtsjahrgang 1964 ist dann der erste, der mit 67 das Ruhestandsalter erreicht. Befürworter der Rente mit 67 verweisen darauf, dass die Deutschen länger leben und damit auch länger Rente bekämen, zugleich aber die Zahl der Beitragszahler rapide abnehme. Um eine massive Erhöhung des Rentenbeitragssatzes für die arbeitende Bevölkerung zu vermeiden, sei ein höheres Renteneintrittsalter unumgänglich. Die Gegner nehmen vor allem an der niedrigen Beschäftigungsquote älterer Arbeitnehmer Anstoß. Sollte sich diese nicht signifikant nach oben bewegen, so die Befürchtung, würde die Rente mit 67 auf eine Rentenkürzung für viele spätere Ruheständler hinauslaufen. Die Folgen der demografischen Entwicklung, so die Erwartung der Gegner, könnten auch durch Wachstum, eine hohe Produktivität und eine steigende Erwerbstätigkeit wettgemacht werden.

Bessere Aussichten für ältere Arbeitnehmer

Gerade die jüngsten Zahlen zum Arbeits­markt zeigen allerdings, dass ältere Ar­beitnehmer bessere Aussichten auf eine Beschäftigung haben als noch vor einigen Jahren. Laut Bundesagentur für Arbeit lag die Beschäftigungsquote der Altersgruppe von 50 bis 65 Jahren im ersten Quartal 2011 bei 46 Prozent. Für die Gruppe von 55 bis 65 Jahren waren es 39 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ergab sich daraus zusammen ein Anstieg um mehr als 2,5 Prozent – doppelt so stark wie über alle ­Altersgruppen hinweg. Die Bundesagentur wies jedoch zugleich darauf hin, dass es für ältere Arbeitslose noch immer deutlich schwieriger sei, eine Stelle zu finden, als für jüngere; auch wenn sich die Chancen insgesamt verbessert hätten. Auch muss berücksichtigt werden, dass sich hinter der Beschäftigungsquote von 46,1 Prozent für die 50- bis 65-Jährigen eine Reihe nicht-sozialversicherungspflichtiger Jobs verbirgt. Für den Erfolg der Rente mit 67 ist es daher notwendig, dass die Beschäftigungschancen und auch die bislang eher spärlich vorhandenen Fortbildungsmöglichkeiten Älterer in den Unternehmen verbessert werden.

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