Lektüre-Tipp
Der britische Historiker Niall Ferguson geht in seinem neuen Buch „Der Westen und der Rest der Welt“ der Frage nach, wie es dazu kam, dass Europa mit Beginn des 16. Jahrhunderts seinen Einfluss auf die übrige Welt rasch vergrößern und sich für lange Zeit eine Vormachtstellung sichern konnte. Dabei identifiziert er sechs Felder, in denen der Westen wichtige Entwicklungen vorangetrieben und bald einen großen Vorsprung gegenüber dem Rest der Welt erlangt hatte: den Wettbewerb als Grundlage aller Entwicklungen, die Wissenschaft, das Eigentum, die Medizin, den Konsum und die Arbeit. Mit der Beschreibung dieser Felder vollzieht er die Entwicklung der Welt seit dem Jahr 1500 nach und endet schließlich mit einem eher pessimistischen Ausblick auf die Zukunft, für die er einen zunehmenden Bedeutungsverlust Europas vorhersagt. Nicht alles, was er schreibt, ist neu, einiges nicht sofort plausibel; insgesamt aber ein informatives und gut geschriebenes Buch zur (ökonomischen) Geschichte Europas.
Niall Ferguson: Der Westen und der Rest der Welt.
Die Geschichte vom Wettstreitder Kulturen,
Propyläen Verlag, Berlin 2011,
559 Seiten, 24,99 Euro.