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Newsletter 01/2012

Reallöhne kaum gestiegen

Die Reallohnentwicklung gibt Auskunft darüber, ob und wie viel die Arbeitnehmer tatsächlich mehr verdient haben als im Vergleichszeitraum.

Wenn die Inflationsrate kontinuierlich steigt, bedarf es schon kräftiger Lohner­höhungen, damit für die Arbeitnehmer am Ende auch tatsächlich mehr im Portemonnaie übrig bleibt. Im dritten Quartal sind die Reallöhne – also die Löhne abzüglich der Inflationsrate – in Deutschland aber trotz der guten Arbeitsmarktlage gerade mal um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal gestiegen – eben wegen der höheren Verbraucherpreise. Da diese um 2,5 Prozent zulegten, führte eine Erhöhung der Löhne um effektiv 3 Prozent nur zu einer Reallohnsteigerung von 0,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Während sich die Inflationsrate damit das achte Quartal in Folge erhöhte, stiegen die Nominallöhne im Vergleich zu den ersten beiden Quartalen 2011 deutlich schwächer an. Die Lohnentwicklung in den Branchen fiel alles in allem höchst unterschiedlich aus. Am stärksten gesunken sind die Reallöhne der Lehrer und der Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung.

Reallöhne in Krisenzeiten
Zuvor hatten die Reallöhne 2008 um 0,5 Pro­zent zugelegt, im Krisenjahr 2009 wiederum waren sie um 0,4 Prozent geschrumpft. 2010 holten sie dann auf und stiegen um 1,5 Prozent. Während der Wirtschaftskrise hatten sich die deutschen Gewerkschaften und Arbeitnehmer in Lohnzurückhaltung geübt. Diese Zurückhaltung gilt zusammen mit der Kurzarbeiterregelung als wesentlicher Grund dafür, dass Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern relativ glimpflich durch die Krise gekommen ist.

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Weiterführende Informationen zum Thema


Tariflöhne und Gehälter
Pressemitteilungen des Statistischen Bundesamtes zum Thema Tariflöhne und Gehälter


Reallöhne 2000-2010
DIW Wochenbericht, Ausgabe 45/2011,
„Schwache Lohnentwicklung im letzten Jahrzehnt“

Monatsverdienste 2010
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Mindestlöhne
Grafik_mindestlohn
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